Nadine, Axel, Karlson und Katharina erzählen uns, wie sie als vierköpfige Familie die Pandemie und die Veränderungen, die sie mit sich bringt, erleben. Katharina (11) ist gerade auf die weiterführende Schule gekommen und hat von dieser aufgrund von Home Schooling noch nicht viel gesehen. Karlson (15) ist es gewohnt, mit Freunden online zu kommunizieren. Neu ist aber auch dort das gemeinsame Erledigen von Hausaufgaben. Nadine hat zugleich zwei Perspektiven auf die Schule. Sie ist nicht nur Mama, sondern auch Lehrerin. Das gibt ihr Einblick in die Lücken schulischer Digitalisierung von zwei Seiten. Zudem bedauert sie, dass den Heranwachsenden zwischen Beschränkungen und Abstandsregeln ein Stück jugendliche Unbeschwertheit unwiderruflich verloren geht. Der Ausfall von kulturellen Ereignissen wie Konzerten fehlen Axel und seiner Familie in diesem Jahr sehr. Längst vergessene Profile in den sozialen Medien erwachen zu neuem Leben mit musikalischem Austausch, wenn schon nicht vor der Bühne, dann zumindest im Netz. Die wichtigen Familienzusammenkünfte fielen dieses Jahr aus. Es gilt, die Großeltern zu schützen, auf Umarmungen zu verzichten, so schwer es auch fällt. Wieder etwas mehr von der alltäglichen Normalität zurückzubekommen wäre schön.

Wir bedanken uns für das Interview!

„Also im Querschnitt über diese gesamte Coronazeit ist für mich einfach ganz viel Spontanität weggefallen. Weil wir immer danach gucken müssen, was gelten aktuell für Regeln, was ist gerade angesagt oder wo fahren wir hin, was gilt da. Wir müssen auch überlegen — es gab ja Phasen, da konnte man nicht einfach ins Restaurant gehen, sondern musste reservieren, dann musste man überlegen, mit wie vielen Personen, das muss alles geplant sein und organisiert sein. Eben einfach dieses spontane Rausgehen, in die Stadt gehen, Leute treffen, sich treiben lassen, das ist eigentlich eine Veränderung, die sich, egal was für Regeln wir hatten, durch die ganze Coronazeit für mich zieht.“

­— Nadine Hey
Mutter

„Also ganz am Anfang hatte ich mir immer gedacht, ich habe doch ein starkes Immunsystem. Was kann mir schon passieren?
Aber wenn ich es kriege… mit meinem Umfeld…?
Es gab auch einen Abend, da bin ich zu meiner Mutter gegangen und habe angefangen zu weinen, und habe gefragt: „Was ist das?!” Ich hab mich auch nicht genug informiert gefühlt zu dem Thema, ich bin ja auch noch verhältnisweise ziemlich jung[…] und das heißt ja auch, dass man jetzt nicht jeden Abend Nachrichten guckt oder so.“

 

­— Katharina Hey
11, Schülerin

„Negativ ist zu betrachten, dass man wahrscheinlich bei uns in unserer Gesellschaft zu viel Wert auf monetäre Dinge gelegt hat als auf Dinge wie Bildung oder dergleichen, die halt jetzt ganz stark auffallen[…]. Ja, eigentlich hat man früher in der Vergangenheit die falschen Schwerpunkte gelegt und das fällt halt jetzt auf.“

 

­— Axel Hey
Vater

„Über Discord haben wir eigentlich am meisten Kontakt. Deswegen[…] hat mich (die Kontaktbeschränkung) nicht so sehr eingeschränkt. Das lag daran, dass wir den meisten Kontakt mit den Freunden sowieso online hatten. Auf Discord haben wir unseren eigenen Server, über den wir dann auch unabhängig von der Schule auch mal gezockt haben. Und das hat damit alles super funktioniert. Auch als wir die (Schul-)Aufgaben hatten, konnten wir uns darüber super verständigen.“

 

­— Karlson Hey
15, Schüler